Johannes Kühn

kuehnMit Johannes Kühn wohnt in Hasborn-Dautweiler einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der Gegenwart. Der besondere Bezug zu seinem Heimatort kommt in vielen seiner Werke immer wieder zum Ausdruck.
1934 als Sohn eines Bergmanns im benachbarten Bergweiler geboren, lebt Johannes Kühn bereits seit seinem zweiten Lebensjahr in Hasborn. Er besuchte das heutige Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel, das er jedoch aus gesundheitlichen Gründen ohne Abitur verlassen musste. In der Folge war Johannes Kühn Gasthörer an den Universitäten Saarbrücken und Freiburg und besuchte Ende der Fünfzigerjahre die Schauspielschule Saarbrücken.
Die Tätigkeit als Hilfsarbeiter (1963-1973) hielt ihn nicht davon ab, die Grundsteine für eine mehr als beeindruckende Schriftstellerkarriere zu legen. Seine zahlreichen Werke (namhafte Quellen nennen immer wieder die Zahl von 7.000) fanden zunächst wenig Beachtung. Das befreundete Ehepaar Irmgard und Benno Rech sowie der Schriftsteller Ludwig Harig arrangierten in den späten Achtzigern schließlich die überregionale Veröffentlichung von Gedichten Kühns, was umgehend zu sehr positiven Kritiken führte.

Seither hat Johannes Kühn einen festen Platz unter den renommiertesten Lyrikern der Bundesrepublik. Die Liste der Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden, ist äußerst lang.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Horst-Bienek-Preis für Lyrik (1995)
  • Christian-Wagner-Preis (1996)
  • Stefan-Andres-Preis (1998)
  • Hermann-Lenz-Preis (2000)
  • Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2004)

Johannes Kühn wurde 2002 zum Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Tholey und 2004 zum Ehrenprofessor der Universität des Saarlandes ernannt.

 

Nikolaus Warken, genannt Eckstein

NikolausWarkenZweifelsohne handelt es sich bei dem meist „Eckstein“ genannten Bergarbeiter und Streikführer Nikolaus Warken um die bedeutendste historische Persönlichkeit des Ortes.
Warken wurde am 26. Dezember 1851 als ältestes von acht Kindern eines Landwirts in Hasborn geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren begann er auf dem Helenenschacht in Friedrichsthal als Schlepper zu arbeiten. In dieser Zeit florierte der Kohlebergbau im größtenteils preußischen Saargebiet, sodass sich auch die Erwerbsstrukturen in der Gegend um Hasborn erheblich veränderten. Die in Zusammenhang mit der bisher vorherrschenden Landwirtschaft anfallenden Aufgaben wurden zum Teil von Frauen und Kindern übernommen, während viele Bergarbeiter wie Warken nur am Wochenende in die Hasborner Heimat kommen konnten.

Stagnierende Löhne trotz wirtschaftlichen Aufschwungs, Korruption und verlängerte Arbeitszeiten führten zu steigender Unzufriedenheit bei den Arbeitern, die sich Ende der Achtziger Jahre in erste kleinere Proteste und Streiks entlud. Zu dieser Zeit hatte sich Warken bereits als Sprecher („Partiemann“) seiner Kumpel Anerkennung verdient. Zu seinen Beinamen „Eckstein“ kam er, als ein Steiger ihn wegen Kartenspielens während der Schicht maßregelte. Warkens Antwort lautete „Nix da, Eckstein ist Trumpf!“.
Während des sogenannten „Arbeitskampfs im Ruhrgebiet“ streikten am 10. Mai 1889 81.000 Bergleute, was mit ein Grund dafür gewesen sein dürfte, dass Warken am 15. Mai 3.000 saarländische Arbeiter in Bildstock versammelte. Dort wurde das „Bildstocker Protokoll“, ein aus 12 Punkten bestehenden Forderungskatalog, verabschiedet, der bei Ablehnung zu kollektiver Kündigung führen sollte. Da die Bergwerksdirektion nur einen Teil der Forderungen bewilligte, kamen am 22. Mai 1889 15.000 Arbeiter in Bildstock zusammen. Warken war erneut Leiter der Versammlung, die einen Streik für den Folgetag beschloss. Kaiser Wilhelm II. lehnte es ab, ein dreiköpfiges Streikkomitee mit Warken an der Spitze zu empfangen, was dazu beitrug, dass der Streik ohne nennenswerten Erfolg im Sande verlief.

Unbeeindruckt von diesem Rückschlag gründete sich am 28. Juli 1889 der „Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung des Oberbergamtsbezirks Bonn“ unter dem Vorsitz Warkens. Der Verein zählte später über 20.000 Mitglieder, was 68% der Gesamtbelegschaft entsprach.
Wegen einer Äußerung in angetrunkenem Zustand wurde Warken im Dezember 1889 zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt, bevor er im Februar 1890 trotz fortwährender Repression durch Obrigkeit und Gegenkandidaten als unabhängiger Kandidat zur Reichstagswahl antrat. Er erhielt zwar 33,8% der Stimmen, unterlag aber dem Nationalliberalen Gustav Pfaehler. In der Folge fungierte er als Delegierter der Saarbergleute auf Kongressen und Tagungen. 1891 zog er in ein Haus in Bildstock, das von Vereinsgeldern finanziert wurde.
Im November 1892 wurde Warken erneut mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Rechtsschutzvereins gewählt, wenngleich ein Streik im Jahr 1891 scheiterte und man ihm Sympathie zur damals revolutionären SPD nachsagte. Ebenfalls 1892 wurde der noch heute vorhandene Rechtsschutzsaal in Bildstock erbaut, der als ältestes Gewerkschaftsgebäude auf deutschem Boden gilt.
Die Saarbergleute streikten im Januar 1893 ein letztes Mal unter der Führung von Nikolaus Warken. Das militante Vorgehen der Bergmänner war nicht von Erfolg gekrönt: Die Bergwerksdirektion entließ 2.500 Arbeiter, unter denen sich alle Aktivisten des Rechtsschutzvereins befanden. In der Folge verließen über 10.000 Mitglieder den Verein, bevor Warken am 15. März 1893 als Vorsitzender abgewählt wurde. Die Gewerkschaft löste sich drei Jahre später auf.
Nach seinem Austritt zog Warken wieder nach Hasborn, wo er eine Landwirtschaft betrieb. Sein Engagement für die Gewerkschaftsbewegung an der Saar beschränkte sich fortan auf das Besuchen von offiziellen Anlässen des Gewerkvereins.

Nikolaus „Eckstein“ Warken starb am 24. August 1920 in Hasborn.

Foto: Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter

 

Nadine Schön, Mitglied des Bundestages
NadineSchoenNadine Schön wurde in den Jahren 2009 und 2013 direkt in den Deutschen Bundestag gewählt und vertritt dort den Wahlkreis St. Wendel. Seit 2014 ist sie stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Sie wuchs in Hasborn-Dautweiler auf und ist Mitglied des dortigen CDU Ortsverbandes.
geboren am 5. Juni 1983 in Lebach
2002: Abitur am Arnold-Janssen-Gymnasium St. Wendel
2002-2007: Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten in Heidelberg und Saarbrücken
2007: Erstes juristisches Staatsexamen
2004-2009: Mitglied des Saarländischen Landtages
seit 2009: Mitglied des Deutschen Bundestages

Internetseite: www.nadine-schoen.de
Foto: Nadine Schön